Nicht ansprechbar!

3. November 2017
Feuerwehr
Interne Fortbildung in Erste Hilfe und Frühdefibrillation

Dass wir neben Feuer löschen und Autos zerschneiden auch Menschen retten und erstversorgen, ist wohl für viele Bürger mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.

Damit das auch reibungslos klappt, dafür trainieren wir regelmäßig.

In der Novemberübung stand deshalb  „Erste Hilfe und Defibrillation“ auf dem Ausbildungsplan.

Bernhard Vogl und Andreas Gebhart erklärten uns dabei neben vielen anderen Ersthelfermaßnahmen sehr anschaulich, was zu tun ist, wenn  z. B. eine Person nicht mehr ansprechbar am Boden liegt, keine Atmung feststellbar ist und nach Kontrolle der Mundhöhle und Halsüberstrecken keine Änderung des Zustandes erreicht wurde.

"Das wichtigste ist, sofort einen Notruf abzusetzen", sind sich beide einig.

Während ein Ersthelfer sofort mit der Herzdruckmassage beginnt, bereitet ein Zweiter den sog.  automatisierten externen Defibrillator (AED), kurz Defi genannt, vor.

Dabei bringt er am Brustkorb des Patienten zwei Klebefolien an, über die später ein Elektroschock übertragen werden kann. Nachdem der Defi eingeschaltet wurde, gibt eine Computerstimme Anweisungen über das weitere Vorgehen.

Das Gerät misst dabei ständig über die aufgeklebten Folien, ob Herztätigkeit vorhanden ist, es sich um einen Herzstillstand handelt, oder ein sog. Herzkammerflimmern vorliegt. Bei Herzstillstand gibt das Gerät Anweisung, die Herz - Lungen -Wiederbelebung wieder aufzunehmen.

Ist ein Kammerflimmern festgestellt, empfiehlt das Gerät normalerweise einen Elektroschock. Dieser bringt das Herz zum Stillstand, damit es danach im besten Fall wieder selbständig zu schlagen beginnt.

Gelingt dies nicht sofort, weist die Computerstimme an, die Herz – Lungen – Wiederbelebung fortzuführen, bis eine neue Analyse erfolgt. Diese Vorgehensweise wird  bis zum Eintreffen des Notarztes fortgeführt.

Da die Überlebenschance der Betroffenen mit jeder Minute, die ohne Frühdefibrillation verstreicht, um ca. 10 % sinkt, soll die Zeit bis zur Versorgung des Herzpatienten durch Rettungsdienst und Notarzt durch eine möglichst frühzeitige Defibrillation überbrückt werden.

Da die Feuerwehr einen eigenen Defibrillator besitzt, führen wir jedes Jahr eine Re-Zertifizierung, also eine Auffrischung der Defi – Kenntnisse, durch.

Für den normalen Bürger, der in einer Notfallsituation einen Defibrillator einsetzen muss, ist keine vorherige Ausbildung notwendig. Das Gerät ist sehr einfach aufgebaut  und unterstützt nach dem Einschalten durch klare eindeutige Anweisungen.

AED´s findet man mittlerweile häufig an öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen oder in größeren Unternehmen. Einer hängt übrigens im Vorraum der Raiffeisenbank Königsdorf und ist dort für jedermann im Notfall zugänglich.

Benutzen sie das Gerät, es kann Leben retten!