Übung im November
Am vergangenen Freitag stand bei unserer Übung die Technische Hilfeleistung im Mittelpunkt. Hierfür hatten die Kommandanten ein anspruchsvolles Übungsszenario vorbereitet.
Per Übungsalarmierung auf die Mobiltelefone wurde eine Amok-Lage gemeldet: Während des Maibaumaufstellens war ein Pkw in eine Menschengruppe gefahren. Mehrere Personen wurden verletzt, mindestens zwei davon schwer. Polizei und Rettungsdienst befanden sich bereits auf der Anfahrt.
Die Feuerwehr rückte daraufhin mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) und dem Löschgruppenfahrzeug (LF) zur gemeldeten Einsatzstelle aus. Aufgrund der zunächst unklaren Gefahrenlage hielten die Einsatzkräfte in sicherer Entfernung an, während zwei Gruppenführer die Lage zu Fuß erkundeten. Erst nachdem die Polizei die Einsatzstelle gesichert hatte, konnten die Feuerwehrfahrzeuge in den Gefahrenbereich nachrücken.
Vor Ort stellte sich folgende Lage dar: Eine Person war vom Fahrzeug erfasst worden und zwischen der Motorhaube des Pkw sowie einem abgebrochenen Baumstamm eingeklemmt. Aufgrund der Schwere der Verletzungen hatte die Rettung dieses Patienten höchste Priorität. Eine weitere Person war im Fahrzeuginneren im Bereich der Beine schwer eingeklemmt. Durch die starke Verformung des Fahrzeugs ließen sich die Türen nicht mehr öffnen.
Zur Rettung der Person auf der Motorhaube wurde der Baumstamm zunächst mit Unterbaumaterial gegen Wegrollen und unkontrollierte Bewegungen gesichert. Anschließend kam ein Hebekissen zum Einsatz, um den Stamm anzuheben und den Patienten schonend zu befreien.
Parallel dazu wurde die Rettung der eingeklemmten Person im Fahrzeug vorbereitet. Um Zugang zum Patienten zu schaffen, musste zunächst die Fahrzeugtür mit hydraulischem Rettungsgerät geöffnet werden. Durch gezielte Schnitte an der A-Säule sowie im Bereich des Schwellers konnte anschließend der Vorderwagen nach vorne gedrückt werden. Dadurch entstand ausreichend Beinfreiheit, sodass die Person patientengerecht aus dem Fahrzeug befreit und anschließend an den Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Nach der abschließenden Manöverkritik nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, verschiedene Türöffnungstechniken sowie den sicheren Umgang mit den hydraulischen Rettungsgeräten an den verbliebenen Fahrzeugteilen weiter zu vertiefen.
Solche Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Sie dienen dazu, den sicheren Umgang mit den technischen Geräten zu festigen und die Einsatzabläufe bei der Rettung eingeklemmter Personen regelmäßig zu trainieren. Nur durch kontinuierliches Üben können im Ernstfall schnelle, sichere und professionelle Hilfeleistungen gewährleistet werden