Königsdorf wird zentraler Standort für Vegetationsbrandbekämpfung - leider nur ein Aprilscherz
Etwa 9 % der Fläche unseres Landkreises bestehen aus Moorgebieten – ein echtes Problem, wenn es brennt. Durch den Klimawandel und zunehmend längere Trockenperioden steigt das Risiko für Vegetationsbrände, besonders in Mooren. Genau dort ist der Einsatz für die Feuerwehr besonders anspruchsvoll: Der Boden ist weich, morastig und oft kaum zugänglich.
Besonders betroffen ist die rund 30 Kilometer lange Tölzer Moorachse, die sich von Egling bis zum Kochelsee erstreckt – mit dem 250 Hektar großen Königsdorfer Weidfilz mittendrin. Auch die Moore bei Dietramszell, Ellbach, Kirchsee und Gaißach gehören dazu.
Um in diesen sensiblen Gebieten schnell und effektiv helfen zu können, ist nun in Königsdorf ein spezielles Einsatzfahrzeug für den gesamten Landkreis stationiert: eine Feuerlöschraupe – entwickelt für Einsätze in unwegsamem Gelände.
Dank ihrer breiten Ketten übt die Raupe einen besonders niedrigen Bodendruck aus und bleibt auch in tiefem, weichem Terrain mobil. Sie ist eine modifizierte Pistenraupe, die vom Bayerischen Innenministerium zur Verfügung gestellt wurde, und überzeugt durch:
- eine kombinierte Hoch – und Mitteldruckpumpe
- einen 3000 Liter fassenden Löschwassertank
- eine hohe Nutzlast für Personal und Ausrüstung
- Sprühdüsen für den Selbstschutz
Da das Fahrzeug keine Straßenzulassung besitzt – und mit seinen Stahlketten auch nicht auf Asphalt fahren darf – wird es auf einem Tieflader-Anhänger zum Einsatzort transportiert. Erst in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes fährt die Raupe dann selbstständig ins Gelände.
Als Zugfahrzeuge kommen je nach Lage entweder unser allradgetriebenes Löschgruppenfahrzeug LF10 oder der kommunale Traktor des Bauhofs zum Einsatz – ganz flexibel.
Mit dieser Feuerlöschraupe sind wir nun bestens ausgerüstet, um auch in schwierigstem Gelände schnell und wirkungsvoll handeln zu können – für den Schutz unserer einzigartigen Moorlandschaft.
Da das Fahrzeug vorzeitig ausgeliefert wurde, ist es derzeit vorübergehend im gemeindlichen Bauhof untergebracht. Es rückt bei Alarm von dort aus, bis der geplante Anbau am Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt ist.
Im Rahmen eines dreitägigen Pilotlehrgangs an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried wurden bereits 18 Feuerwehrleute aus Königsdorf umfassend in Technik und Bedienung des Spezialfahrzeugs sowie in der speziellen Taktik zur Bekämpfung von Moor – und Vegetationsbränden geschult.
Die Bilder entstanden während der Testphase im Bereich des ehemaligen Sprengplatzes am Lindenrain